Chronik

Chronik der Feuerwehr Mörse

Lange bevor 1936 die Freiwillige Feuerwehr Mörse gegründet wurde, bestand eine Pflichtfeuerwehr im Ort, so dass die Bürger auch von 1887 bis 1936 nicht ohne Feuerschutz waren. Man hatte allerdings nur eine Handdruckspritze zur Verfügung, die von Pferden gezogen wurde.

 

Am 15. Mai 1936 erschienen zu einer einberufenen Versammlung 23 Mörser Bürger, die laut Gründungsprotokoll die Freiwillige Feuerwehr Mörse ins Leben riefen. Zum ersten Brandmeister wurde der Bauer Hermann Krösche von den Anwesenden gewählt und bestätigt.

 

Man einigte sich am 13.02.1937 auf einen vierteljährlichen Beitragssatz von 0,50 Reichsmark.

1937 wurde von der Gemeinde Mörse eine TS 6 (Tragkraftspritze) angeschafft. Außer Helm und Hakengurt besaß man keine persönliche Ausrüstung. Als Löschfahrzeug benutzte man einen umgebauten offenen Opel Blitz, versehen mit Sitzbänken und Schlauchhaspeln.

 

Im 2. Weltkrieg von 1939 bis 1945 war die Mörser Wehr nach Luftangriffen in der Stadt des KDF Wagens, im Tanklager Ehmen und in Braunschweig im Einsatz.

 

1945 wurde das Löschfahrzeug aus dem Verkehr gezogen. Aus diesem Grund besorgte der damalige Wehrführer einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA), eine Tragkraftspritze 8/8 und Schläuche sowie Armaturen aus dem Tanklager in Ehmen.  Dieser wurde per Hand oder mit einem Trecker zum Einsatzort transportiert. Der TSA wurde später an die Feuerwehr Osloß im Landkreis Gifhorn verkauft.

 

Von 1936 bis 1957 führte Hermann Krösche die Wehr. Gleichzeitig war er Unterkreisbrandmeister des Hasenwinkels.

 

Am 14. Dezember 1957 wurde eine Gemeindeversammlung zwecks Neuformierung der Ortsfeuerwehr vom Bürgermeister und vom Gemeindebrandmeister, Hermann Krösche, einberufen. Von 46 Versammlungsteilnehmern entschieden sich 32 für den aktiven Feuerwehrdienst.  Aus Altersgründen trat Hermann Krösche als Gemeindebrandmeister zurück. Die Anwesenden wählten Ludwig Wosnitza mit 19 Stimmen zum neuen Gemeindebrandmeister, während sein Stellvertreter Jürgen Krösche bestätigt wurde.

 

Am 18.09.1959 konnte die Freiwillige Feuerwehr Mörse von der Gemeinde eine neue Tragkraftspritze in Empfang nehmen.

 

Am 08.04.1960 konnte ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Truppbesatzung übernommen werden. Dadurch hatte die Feuerwehr wesentlich bessere Vorraussetzungen im Einsatzfall und bei Übungen. Die Mitgliederzahl stieg beträchtlich an.

 

Im April 1961 legte Ludwig Wosnitza aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder und Helmut Bertram übernahm bis September 1961 kommissarisch den Posten als Gemeindebrandmeister.

Zum neuen Gemeindebrandmeister wurde im September 1961 Wolfgang Schmidt gewählt.

 

1969 stand die Freiwillige Feuerwehr Mörse kurz vor der Auflösung, da sich keine geeignete Unterkunft für die Fahrzeuge finden lies. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Kuhstall als Unterkunft genutzt, dessen Feuchtigkeit allerdings die Fahrzeuge und Geräte angriff und Einsturzgefährdet war.

 

Dank unseres damaligen Gemeinderates konnte am 30.06.1972, noch kurz vor der Eingemeindung nach Wolfsburg, der Wehr ein zweites Feuerwehrfahrzeug, ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug), übergeben werden. Dieses Fahrzeug bekam von 19 Freiwilligen Feuerwehren, welche nach Wolfsburg eingemeindet wurden, das erste Kennzeichen "WOB".

Am 01. Juli 1972 wurde unsere Freiwillige Feuerwehr zwecks Eingemeindung von der Stadt Wolfsburg übernommen.

 

Nach etlichen Notunterkünften konnte die Wehr am 19. August 1973 das neue Feuerwehrhaus an der Mehrzweckhalle beziehen.

 

Am 01.04.1974 war es dann soweit um auch in die Jugendarbeit einzusteigen. Wolfgang Lossmann wurde vom Ortskommando beauftragt eine Jugendabteilung in der Freiwilligen Feuerwehr Mörse aufzubauen und als Jugendfeuerwehrwart tätig zu werden.

 

Im Mai 1976 wurde das 40-jährige Jubiläum mit einer zünftigen Feier begangen.

Ein weiteres Highlight im Jahr 1976 war ein neuer MTW (Mannschaftstransportwagen) der unser nun doch schon in die Jahre gekommenes TSF/T ersetzt hat.

 

Leider dauerte es noch bis 1980 unser Einsatzfahrzeug mit einem Funkgerät zu bestücken. Im Sommer des Jahres wurde das lang ersehnte Funkgerät in das TSF eingebaut. Ebenso bekamen wir auch in diesem Jahr unsere ersten Atemschutzgeräte.

Nun waren wir nicht mehr auf das Telefon angewiesen wenn wir alarmiert wurden und konnten uns direkt in der Leitstelle melden.

 

Eine Erweiterung erfuhr das Feuerwehrhaus durch Funktionsräume, die im September 1981 bezogen wurden.

 

Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 14.12.1985 legte der langjährige Ortsbrandmeister, Wolfgang Schmidt, seinen Posten nach 24-jähriger Amtszeit nieder. Zu seinem Nachfolger wählten die Anwesenden Wolfgang Lossmann zum neuen Ortsbrandmeister.

 

Unser MTW wurde 1987 durch einen neuen VW Bus T3 ersetzt und mit technischem Gerät, wie Verkehrssicherungsmaterial, Beleuchtungssatz und einem Stromerzeuger, die in unseren alten keinen Platz mehr gefunden hatten, ausgestattet.

 

1988 zog ein weiteres neues Fahrzeug in unserem Feuerwehrhaus ein. Es war ein Basisfahrzeug neuester Konzeption ausgestattet mit einem 800 l fassenden Wassertank und in der Fahrzeugkabine montierten Atemschutzgeräten auf dem Fahrgestell eines VW LT 45 Kastenwagens. Aus diesem Fahrzeugtyp (dieses war ein Prototyp, dass zweite seiner Art) wurde dann das bekannte TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser).

 

Unser Ortsbrandmeister, Wolfgang Lossmann, tratt nach 12 jähriger Amtszeit im Jahr 1998 von seinem Posten als Ortsbrandmeister zurück. Nachfolger wurde Reinhold Höfs.

 

Ebenfalls gab es im Jahr 1998 noch eine weitere entscheidende Änderung im Bereich der Aktiven Kameraden sowie in der Jugendfeuerwehr. Es wurden ab sofort Mädchen in der Jugendfeuerwehr und Frauen in den aktiven Reihen aufgenommen.

 

2000 wurden für alle Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsburg digitale Meldeempfänger beschafft. Für die Führungskräfte gab es den "Patron" mit digitaler Anzeige und für die übrigen Kräfte den "Hurricane" mit Sprachausgabe, jeweils von der Firma Swissphone. Somit war fortan eine sogenannte stille Alarmierung der Kräfte, ohne Nutzung der Sirenen möglich.

 

In den Jahren 2000 und 2001 baute die Freiwillige Feuerwehr Mörse eine neue Fahrzeughalle mit 2 Einstellplätzen in Eigenleistung an das vorhandene Feuerwehrhaus an. Innerhalb kürzester Bauzeit und dem Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer, gerade auch aus der Altersabteilung und den passiven Reihen, konnte die Garage schnell ihren Dienstbetrieb aufnehmen. Im gleichen Zug wurden die Funktionsräume ebenfalls umgestaltet und aus der alten Fahrzeughalle wurde der neue Gruppenraum.

 

Ab 2002 erfolgte die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr ausschließlich über die im Jahr 2000 beschafften digitalen Meldeempfänger.

 

2005 wurde der Fahrzeugpark um einen Verkehrssicherungsanhänger erweitert und in unserem Feuerwehrhaus mit eingestellt. Er dient auf der BAB 39 zur Absicherung von Einsatzstellen.

 

Auch wurde im Jahr 2005 unser MTW durch einen modern ausgestatteten KdoW ersetzt.

 

2007 durften wir unser neues TSF-W, ein neuer Prototyp für die Wolfsburger Ortsfeuerwehren, in unserem Fahrzeugpark Willkommen heißen.

 

2010 stellte sich Reinhold Höfs nicht für den Posten des Ortsbrandmeisters wieder zur Wahl. Nachfolger wurde sein Stellvertreter Daniel Meyer. Neuer Stellvertreter wurde Philipp Rossi.

 

Vom 13.05.2011 bis 15.05.2011 feierten wir unser 75-jähriges Jubiläum. Am 13. gab es einen Kommers mit geladenen Gästen aus der Politik, den Ortsbrandmeistern der Wolfsburger Ortsfeuerwehren, dem Leiter der Berufsfeuerwehr und unseren Freunden aus Luton (England). Am 14. veranstalteten wir einen Tag der offenen Tür, an dem wir zwei Einsatzübung vorführten. Außerdem gab es Spiele für unsere kleinen Gäste und eine Fahrzeugausstellung. Abends fand dann ein Tanzabend in der Mehrzweckhalle statt. Am 15. endete unser Jubiläumswochenende mit einem Bürgerfrühstück.

 

2012 erreichte die Feuerwehr Mörse die bisher höchste Anzahl an Einsätzen in ihrer Geschichte. Insgesamt wurden wir zu 65 Einsätzen alarmiert. Dies lag an vielen Einsätzen auf der A 39 mit dem Verkehrssicherungsanhänger und Einsätzen wegen ausgelösten Brandmeldeanlagen, zu denen wir werktags zwischen 6 und 18 Uhr mitalarmiert wurden.

 

Ende Mai 2013 mussten wir unseren Verkehrssichungsanhänger "Günter" in seinen verdienten Ruhestand verabschieden. Da kein Ersatz vorgesehen ist, fahren wir nicht mehr zu Einsätzen auf der BAB39 raus.

 

Im Dezember 2014 erhielten alle aktiven Mitglieder der Wolfsburger Feuerwehren neue Digitale Meldeempfänger des Typs ResQ der Firma Swissphone.

 

2016 wurden vor dem Gruppenraum sechs neue Parkplätze für die Feuerwehr gebaut. Dies war erforderlich geworden, da auf dem sonst genutzten Parkplatz eine neue Kita gebaut wurde und sich somit die Parkfläche stark verkleinerte. Von den verbleibenden Parkplätzen wurden weitere neun für die Feuerwehr reserviert.

 

Dokumente und Bilder aus vergangenen Tagen

 

Donnerstag, 27. Juli 2017

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